Todtenhausen No59 Meyer im Thurm

Die Landwehr

In der „Beschreibung von Stadt und Stift Minden" um 1460 schildert der Domherr Tribbe die Mindener Landwehranlage. „Es gibt viele Türme Wehre und Gräben zum Befestigen der Feldmark und zur Verteidigung der Pferde und des Viehes, damit die Feinde es schwer haben, in die Gemarkung einzudringen."

Auf der Karte 1400/1500 ist der Verlauf der Landwehr in Todtenhausen eingezeichnet. Die Anlage bestand aus einem 4 m hohen und 6 m breiten Erdwall, bewachsen mit dichtem Gestrüpp und hatte an den Seiten etwa 3m breite Wassergräben. Dieser Schutzwall führte im weiten Rund um die Stadt Minden herum, zum Schutze der Felder und Weiden und auch der Bauernschaften, die nach Minden zehntpflichtig waren. Es konnten so plötzliche nächtliche Überfälle von Viehdieben abgewehrt werden.

Einer der sieben Wachttürme stand am Todtenhauser Thorn (Petershäger Turm). Auf der anderen Weserseite befand sich der Wachtturm in Wietersheim; in Meißen war es der Notthorn. Der Stemmer Wachtturm, ein Fachwerkbau, wurde von dem Waldhüter für das Nordholz bewohnt.

Alle wichtigen Straßen nach Minden standen so stets unter Kontrolle. Von den Türmen beobachteten die Wächter das Vorgelände und alarmierten durch Zeichen drohende Gefahr nach Minden. Neben der Überwachung des Verkehrs dienten die Wehre der Erhebung von Zöllen.

Der Wachtturm wurde allgemein Thorn oder Torn genannt. Der Bauernhof neben dem Thorn war jahrhundertelang mit Schankrechten ausgestattet und hieß de Thornkreuger. Der heutige Eigentümer Rohlfing führt immer noch den Beinamen Kreuger.

Die Stätte Todtenhausen No59 war der ehemalige „Petershäger Wartethurm“, der beim Durchlass der Landwehr am Thorn in Todtenhausen stand, oder ein Wohnhaus das auf dessen Grundmauern erbaut war. Wann diese Stätte in Privatbesitz gekommen ist konnte ich bisher nicht ermitteln. Die Hausnummer 59 muss zwischen 1765 und 1770 vergeben worden sein. Im ältesten Grundbuch ist der Friedrich Meyer als Eigentümer vor 1773 als richtig angenommen und eingetragen. Den Beinamen [Meyer im Thurm] habe ich in einem alten Dokument gefunden, in dem Todtenhauser Stätten aufgelistet sind, die Ländereien im Minder-Felde haben. Leider enthält das Dokument kein Datum.

 

 

Eigentümer

 



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