Todtenhausen No70 Diskers – Todtenhauser Dorfstr. 59

No 70

 Nach dem Grundbuch der Stätte Todtenhausen No.70, das 1835 aufgestellt ist, lässt sich das Jahr der Entstehung nicht bestimmen. 1832 wird diese Stätte zwangsversteigert und deshalb war der Besitztitel gerichtlich festgestellt. Voreigentümer und Entstehung wurden in diesem Fall nicht ermittelt und erwähnt. Unter Berücksichtigung weiterer Unterlagen und der Siedlungsentwicklung ist davon auszugehen, dass eine eigenständige Stätte seit dem Jahr 1803 besteht. Johann Schwier von Todtenhausen No17 hat das etwa 2 Morgen große Grundstück vermutlich als Brauschatz von seiner Mutter erhalten. Unklar ist, ob er das erste Wohnhaus erstellt hat oder ob es schon als Heuerlingshaus von No17 bestanden hat. Die über 10 Morgen Saatland, südlich dieser abgetretenen Stätte bis zur Schöltheide, waren auch im Eigentum von No17. Es gibt noch einen Grund, der für diese Sichtweise sprechen könnte. Beim Abriss des alten Gebäudeteils im Jahr 1955 wurde im Fundament ein Stein mit der folgenden Aufschrift gefunden: Ich ruf zu dir Herr Jesu Christ ich bitt erhör mein Klagen Anno 1736. Man könnte vermuten, dass dies der Grundstein des ersten Gebäudes ist und die Jahreszahl auf den Ursprung dieser Stätte hinweist. Dagegen spricht, dass er als einer der vielen Fundamentsteine unter dem Fachwerk lag. Sehr wahrscheinlich stammt er von einer anderen abgerissenen Stätte. Bei Todtenhausen No17 wird in den Unterlagen auch nirgends ein Heuerlingshaus erwähnt. Johann Schwier, der 1804 die Margaretha Finzen heiratet und nach ihrem Tod die Marie Franke, geb. Hollo, war auf jeden Fall der Gründer dieser Stätte. Bei der Urmessung besteht sie aus nur einem einzelnen Haus mit integriertem Stall.

1832, sechs Jahre nach dem Tod des Colon Schwier, wird diese Stätte, die seine Frau Marie allein weiter betrieben hat, zwangsversteigert. Die neuen Eigentümer sind: Altvader/Rohlfing (Todtenhausen No19), Rathert (Todtenhausen No25) und Schwier (Todtenhausen No8). Die bisherige Eigentümerin, die Witwe Marie mit ihren 9 und 12 Jahre alten Kindern, wohnt danach bei Todtenhausen No.19.

Ein Cord Heinrich Müller tauscht 1833 seine Stätte Todtenhausen No 59, die ihm durch die Heirat mit Anna Catharine Elisabeth Meier seit 1825 gehört, gegen diese Stätte ein, zuzüglich einer Zugabe von 230 Thalern. Die Stätte No 59 ist der Petershäger Turm, der „Wahrtturm“ der Landwehr am Thorn, oder ein auf dessen Grundmauern erbautes Wohnhaus. In den folgenden Jahren geht es den Bewohnern dieser Stätte schlecht. Der Hof steht kurz vor der Zwangsversteigerung. Darum verkauft Friedrich Müller 1852 seinen Hof für 320 Thaler an Rohlfing No19. Er wandert 1854 mit seiner Familie nach Amerika aus.

1853 kaufen Friedrich Meyer, der auf Todtenhausen No 76 wohnt, und der Müller Heinrich Bekemeyer von Todtenhausen No103 diese Stätte von Rohlfing zurück. Der Preis ist: 384 Thaler und die Übernahme der Hypotheken von insgesamt 229 Thaler. Der Tischlermeister Meyer bezieht diese Stätte und übernimmt die Leibzucht seines Schwiegervaters. Er baut vorn eine Remise und an der Seite einen Keller an. Zu dieser Zeit entsteht der Beiname [Diskers], der vom Beruf des Friedrich abgeleitet ist. Ein älterer Beiname ist nicht bekannt. Heinrich Bekemeyer verkauft 1861 seinen Anteil an der Stätte No70 an Friedrich Meyer.

1874 wird der fordere Dielenteil des alten Hauses durch einen größeren Anbau ersetzt. Die Außenwände sind aus Stein gemauert. Nur die Giebel und das große Tor der Diele sind als Fachwerk ausgeführt. Eine Inschrift ist hier nicht vorhanden. Ob in dem alten Teil des Hauses eine Inschrift gewesen ist und wie sie gelautet hat, ist nicht mehr zu ermitteln.

Der Stall wird 1913 angebaut und 1927 erweitert. Der Schuppen wird 1952 angebaut. Der hintere alte Teil des Hauses, der noch von 1803 ist, wird 1955 abgerissen und durch einen neuen Anbau ersetzt, der die gleiche Breite und Höhe hat, wie der Bau von 1874.

 

Eigentümer                        Dokumente zum Hof 1

                                          Dokumente zum Hof 2

                                          Dokumente zum Hof 3

 




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